Milele Elimu Centre, Mombasa

Die Geschichte unserer Schule

von Nadja Kaufmann

Die Idee, eine Schule zu eröffnen und damit bedürftigen Kindern in den Slums von Mombasa zu helfen, entstand Ende des Jahres 2012. Wir waren zu dritt, welche dieses Projekt starteten: Mark (der langjährige Schuldirektor), Jane & ich. Im Dezember dieses Jahres wurde alles geplant, organisiert und vorbereitet. Im Januar 2013 war es dann soweit, die Schule wurde unter dem Namen “Precious Vision Care Centre” eröffnet. Nach der ersten Woche kamen bereits 80 Kinder zu unserer Schule. Zu Beginn war die nötige Infrastruktur der Klassenzimmer nicht vorhanden, dies sollte zu einem späteren Zeitpunkt eingebracht werden, wenn mehr Geld vorhanden war. Das heisst, dass keine Schultische, Stühle und auch noch keine Bücher vorhanden waren. Lediglich die Lehrer hatten ein Exemplar jedes Schulfachs, woraus sie ihre Schüler auf die einfachste Weise unterrichtet haben. Neben der Ausbildung war die Ernährung der Kinder eine weitere Priorität unseres Projekts, da die meisten Kinder zu Hause nicht genug zu Essen bekommen und somit auch die Energie zum Lernen fehlt. Das angebotene Mittagessen in der Schule war für die meisten Familien der grösste Anreiz, ihre Kinder in unsere Schule zu schicken. Zur Anfangszeit der Schule war ich anwesend, jedoch war meine Zeit in Kenia begrenzt und im Februar 2013 verliess ich das Land, um meine weiteren privaten Pläne zu verfolgen.

Im Jahr 2013 startete die Schule mit 80 Kindern, bis Ende des Jahres wuchs diese Zahl auf 150 Kinder. Wir starteten mit einer zusammengewürfelten Kindergartenklasse und Primarklassen von 1 bis 3, während wir bis Ende des Jahres auf  Kindergartenklassen 1 bis 3 und Primarklassen 1 bis 6 erweiterten. 5 Lehrer waren zu Beginn angestellt, Ende des Jahres waren es bereits 10 Lehrer. Finanziell lief es nicht wie geplant. Viele Eltern verstanden die Notwendigkeit der Ausbildung nicht (die meisten sind selbst nicht ausgebildet) und waren somit auch nicht bereit, ihr Geld darin zu investieren. Die Kinder kamen weiterhin zur Schule und genossen das kostenlose Mittagessen. Die Charakterzüge und Meinungen der Eltern bewegten sich in die falsche Richtung und es erforderte einiges an Zeit und Kraftaufwand, um ihnen das Konzept der Ausbildung verständlich zu machen, die Verantwortung ihrer Kinder zu realisieren und auch an Familienplanung zu denken. Je mehr Kinder sie haben, desto mehr müssen sie sich bemühen, sie alle auszubilden, ihnen ein behagliches zu Hause zu geben und sie alle zu ernähren. Aus diesen Gründen fehlte Geld in der Schule und es begann eine Krisenzeit. Die Lehrer hatten bereits einen minimalen Lohn, jedoch konnte dieser nicht immer bezahlt werden, manchmal gingen sie mit halbem Lohn oder sogar keinem Lohn nach Hause. Auch die Miete war betroffen, diese konnten wir nur in kleinen Ratenzahlungen tätigen. Zu dieser Zeit war ich in der Schweiz und fand eine Möglichkeit, wie wir unserer Schule vor dem Schliessen helfen konnten: im Mai 2013 wurde der schweizer Verein “Forever Kids Kenya” mit einigen meiner Familienmitgliedern und engen Freunden gegründet. Das Ziel des Vereins war die Förderung der Ausbildung von bedürftigen Kindern in Kenya. Dank des Vereins und einigen finanziellen und materiellen, internationalen und lokalen Spenden war es möglich, die Schule weiterhin zu führen und sogar noch zu erweitern. Im November 2013 ging ich für einen kurzen Aufenthalt zurück nach Kenia und war noch in der Schule, bevor das Schuljahr offiziell endete. Was ich sah, waren viele Kinder mit lachenden Gesichtern, die ihre Schultage genossen und ein sorgenfreies Leben zu führen scheinten. Die Schule wurde gerettet und damit fiel uns ein Stein vom Herzen, jedoch lag noch eine ganze menge Arbeit vor uns.

Das Jahr 2014 war der Wendepunkt der Schule. Von einem Fundraising erhielten wir die ersten Schulbücher, womit wenigstens ein paar Kinder je ein Schulbuch während des Unterrichts teilen konnten. Es wurde uns auch ermöglicht, einige weitere Klassenräume auf dem Schulareal zu bauen, welches zur Vermeidung von überfüllten Klassenzimmern notwendig war, da manchmal zwei Klassen ein Schulzimmer teilen mussten. Später wurden dann sogar noch neu gebaute Schultische gebracht, somit musste kein Kind mehr am Boden sitzen oder sich in den alten Schulbänken zusammenquetschen. Dieser Fortschritt war längst fällig und sehr notwendig, endlich konnten die Kinder in einer entspannten Atmosphäre lernen. Im Juli 2014 verliess ich die Schweiz, um für längere Zeit in Kenia zu leben. Natürlich war ich wieder ein aktiver Teil der Schule, habe die Finanzabteilung übernommen und überwall, wo nötig, mitgeholfen. Im September 2014 gab es eine weitere Veränderung: Jane, die dritte im Bunde unseres Schulprojekts, ist aufgrund frühzeitiger Pensionierung zurückgetreten und hat somit Mark und mir die Schule überlassen. Während Mark die Aufgabe des Schuldirektors wahrgenommen hat, habe ich mit dem weitergemacht, was ich am Besten konnte, die Finanzabteilung. Mit dem Beginn einer neuen Ära haben wir auch eine Namensänderung unserer Schule veranlasst: der alte Name “Precious Vision Care Centre” wurde in “Milele Education Centre” (heute: Milele Elimu Centre) umbenannt. Das Jahr 2014 endete mit einer Zunahme, wir hatten nun eine Babyklasse, Kindergartenklassen 1 bis 3 und Primarschulklassen 1 bis 7.

Anfangs 2015 erhielten wir von einem Fundraising endlich unsere offizielle und sehr einzigarte Schuluniform, welche von allen geliebt wurde: den Kindern, ihren Eltern und sogar von unseren Lehrern. Mit der Erreichung dieses Schritts haben wir uns mittlerweile einen Namen in der Nachbarschaft gemacht. Unsere Schule hat auch ihren Standard verbessert, von sehr armen Verhältnissen zu mittelklassigen Verhältnissen. Ein grosser Erfolg wurde Ende 2015 erreicht. Unsere allererste Abschlussklasse, die 8. Klasse, war nun soweit, ihre nationalen Abschlussprüfungen zu absolvieren. Dies heisst, bei bestandener Abschlussprüfung wird ihnen ein offizielles Zertifikat für die Vervollständigung der Primarschulausbildung überreicht. Dies war ein stolzer Moment für unsere Schule.

Der letzte Meilenstein wurde erreicht, als unsere Primarschul-Absolventen des Jahres 2015 mit unserer Hilfe im Februar und März 2016 den nächsten Schritt zur Sekundarschulausbildung antreten konnten. Auch wenn sie unsere Schule verlassen haben, so sind sie immer noch Teil der “Milele Familie” und wir werden sie weiterhin wo nötig und wo wir können unterstützen.

Ich  bin sehr glücklich, Teil dieser grossen Familie zu sein und werde das Lachen der Kinder, ihre kecke Art und alle Erinnerungen für immer in meinem Herzen aufbewahren. Mögen sie alle erfolgreich und glücklich werden!

Das Milele Elimu Centre wurde im Januar 2013 gegründet und befindet sich in Shauri Yako, einem von vielen Slumgebieten der kenianischen Grossstadt Mombasa. Die Tagesschule bietet Kindern aus armen Verhältnissen eine schulische Grundausbildung und Betreuungs- und Freizeitstrukturen.

Das Ziel der Schule ist, den Kindern durch Bildung bessere Zukunftsaussichten zu ermöglichen und sie von der Strasse weg zu holen, wo Armut, Gewalt und Drogen alltäglich sind. Neben der Tagesbetreuung ist inbesondere auch das tägliche ausgewogene Mittagessen für viele Familien ein Anreiz, ihre Kinder in die Schule zu schicken.​

Aktuell werden knapp 300 Kinder im Milele Elimu Centre betreut und unterrichtet. Diese teilen sich auf in zwei Kindergartenklassen sowie Primarschulklassen der Stufen 1 - 8 auf.

Weitere Informationen zum Milele Elimu Centre finden Sie auf:

www.facebook.com/mileleelimucentre

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